Die klassischen Anfängerfehler im Gemüsegarten vermeiden

May 2nd, 2019

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Dieses Sprichwort gilt auch beim Gärtnern. Das, was mit dem Bewirtschaften eines eigenen Gartens eigentlich so einfach klingt, führt in der Praxis schnell zu mehr Frust als Lust. Es reicht eben nicht aus, das Gartengemüse mit guter Erde, Dünger und Wasser zu versorgen, damit am Ende eine prächtige Ernte die Küche bereichert. Schnell breiten sich Schädlinge aus, die über Salat & Co. herfallen, während andere Pflanzen nicht so recht wachsen wollen. Und am Ende macht der Garten viel mehr Arbeit als eigentlich gedacht. Wir zeigen dir, wie du die häufigsten Anfängerfehler im Garten ganz einfach vermeiden kannst.

 

#1 Die Pflanzenauswahl ist nicht durchdacht

 

In der Theorie klingt es einfach: Man fährt in ein Gartencenter, sucht sich Jungpflanzen aus, die im Garten wachsen sollen und pflanzt diese wahllos in die Erde. Die Chance, dass sich daraus üppige Pflanzen mit reichen Erträgen ergeben, sind dabei zugegebenermaßen gering. Einige Pflanzen brauchen viel Platz, um sich auszubreiten, andere haben besondere Ansprüche an den Standort und wachsen nicht gern neben bestimmten Nachbarn und wiederum andere lieben es regengeschützt. Und schließlich sind da noch die Fruchtfolge und Fruchtwechsel.
Für optimale Erträge lohnt es sich, wenn du nicht wild drauflos pflanzt, sondern dich im Vorfeld auf dem Papier mit der Gartenplanung beschäftigst. So lassen sich gleichzeitig auch Verkehrswege planen, die du später brauchst, um Unkraut zu jäten, Gemüse zu ernten oder die Pflanzen zu wässern.

 

 

 

 

 

#2 Der Gemüsegarten ist viel zu groß

 

Die Idee ist verlockend, im Garten eine möglichst große Fläche für den Nutzgarten einzuplanen und den ganzen Sommer über frisches Gemüse aus eigenem Anbau genießen zu können. Doch: Ein Nutzgarten ist mit Arbeit verbunden – und das nicht zu knapp. Es reicht keineswegs aus, die Pflanzen im Frühjahr in den Boden zu bringen, die Folgemonate gelegentlich zu wässern und am Ende des Sommers die Ernte einzufahren. Die eigentliche Arbeit liegt in der Zeit dazwischen. Hier gilt es, den Boden regelmäßig zu lockern, Unkraut zu jäten, Pflanzen zu düngen und gegebenenfalls Zeit in die Bekämpfung von unliebsamen Schädlingen zu investieren.
Es ist sinnvoller, wenn du mit einem kleinen Garten beginnst und die Fläche später vergrößerst, wenn du noch freie Kapazitäten für die Gartenarbeit hast. Umgekehrt weicht die Freude über den eigenen Nutzgarten schnell dem Frust.

 

 

#3 Die Anzahl der angepflanzten Gemüsesorten ist zu groß

 

Die Verlockung ist groß, von jeder Gemüseart, die später auf dem Speiseplan stehen soll, wenigstens eine geringe Menge anzubauen. Damit ist vorprogrammiert, dass gerade Anfänger den Überblick verlieren, wenn es um die individuellen Ansprüche der Pflanzen geht. Einige bevorzugen sonnige oder schattige Standorte, andere eine reichliche Bewässerung, während andere mit zu viel Wasser nicht klar kommen. Und dann gibt es da noch Schwach-, Mittel- und Starkzehrer, die jeweils einen anderen Nährstoffbedarf haben.
Als Novize konzentrierst du dich am besten zunächst auf einige wenige Sorten. Hast du hier den Dreh raus und kannst durch eine optimale Versorgung gute Erträge erzielen, erweitere das Sortiment im Folgejahr um weitere Sorten.

 

 

 

 

#4 Der Zeitpunkt der Aussaat ist schlecht getimt

 

Nicht jede Pflanze kommt mit Nachtfrost klar, der oft bis in den April oder Mai hinein keine Seltenheit ist. Es gibt also für jede Sorte einen idealen Zeitpunkt, um sie in den Garten zu setzen. Bei Saatgut ist dieser auf der Verpackung angegeben, d. h. du ziehst die Pflanzen einfach auf der Fensterbank vor und setzt sie zu gegebener Zeit ins Freiland um. Bei Pflanzen, die keinen Nachtfrost vertragen, sind hier die Eisheiligen Mitte Mai die magische Datumsgrenze. Wann Jungpflanzen aus dem Gartencenter nach draußen dürfen, ohne zu erfrieren, teilt dir sicherlich ein fachlich versierter Mitarbeiter mit. Für den Überblick kann dir ein Saatkalender helfen, den du gemeinsam mit der Gartenplanung anlegst.
Doch damit nicht genug: Auch das zeitgleiche Anbauen aller Pflanzen kann Probleme mit sich bringen. Spätestens, wenn du nicht mehr weißt, wohin mit dem vielen Gemüse, das fast vollständig zur gleichen Zeit erntereif ist, stellt sich die Frage, nach einem schrittweisen Anbau. Pflanzt du jeweils nur wenige Pflanzen in einem Abstand von 2-3 Wochen, verlängert sich der Erntezeitraum und du hast den ganzen Sommer über verwertbare Mengen.

 

 

#5 Die Pflanzabstände sind zu gering

 

Pflanzen benötigen ausreichend Platz, um sich gut zu entwickeln. Ein klassischer Anfängerfehler ist hier die Samen oder Jungpflanzen zu dicht nebeneinander auszubringen, sodass sie sich gegenseitig beim Wachstum behindern. Auch hier hilft dir ein Blick auf die Samentüte, auf der angegeben ist, wie viel Platz jede Pflanze mindestens braucht. Stellst du fest, dass deine Pflanzen zu dicht nebeneinander wachsen, hilft meist nur das Ausdünnen durch Umsetzen von Jungpflanzen oder das Entfernen einiger Keimlinge. Nur durch das „Weniger ist mehr“-Prinzip bietest du den einzelnen Pflanzen ausreichend Platz für ein gesundes Wachstum.

 

 

 

 

#6 Die Beschaffenheit des Bodens bleibt unberücksichtigt

 

Einige Pflanzen lieben nährstoffreiche Böden, andere wiederum kommen auf mageren Böden besonders gut klar. Gleiches gilt für lockere und durchlässige oder feste und lehmhaltige Bodenbeschaffenheiten. Bei der Wahl des Standortes solltest du die Ansprüche einzelner Pflanzen berücksichtigen. Das heißt nicht, dass du in deinem Garten auf alle Pflanzen verzichten musst, die sandige Böden lieben, wenn deine Erde lehmhaltig ist. Vielmehr bedarf es dann unter Umständen einer zusätzlichen Bodenvorbereitung durch Untermischen von Sand.
Hinsichtlich des im Boden vorhandenen Nährstoffes gilt es zu schauen, welche Pflanzen als Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer gelten. Einige entziehen dem Boden viele Nährstoffe, sodass du sie während der Wachstumsphase häufiger düngen solltest, andere kommen mit wenigen oder gar keinen zusätzlichen Nährstoffen aus. Informiere dich frühzeitig und berücksichtige die Bedürfnisse in deinem Düngeplan. Nur so gedeihen die Pflanzen optimal und werfen eine reiche Ernte ab. Für den Nährstoffgehalt im Boden hilfreich ist auch, eine Vor- und Nachkultur sowie eine mehrjährige Fruchtfolge auf den Beeten einzuplanen. Damit verlängerst du nicht nur deine Erntezeit, sondern gibst dem Boden auf natürliche Weise die Möglichkeit zur Erholung.

 

 

Ein Nutzgarten macht meist mehr Arbeit als angenommen. Für eine langanhaltende Freude und reiche Erträge ist es durchaus sinnvoll, sich etwas Zeit für die Planung zu nehmen. Das vermeidet nicht nur Frust durch vermeidbare Anfängerfehler, auch steigerst du durch ein Mindestmaß an Planung die Erträge.