Ein neues "Haustier" für den Rasen

    http://www.vort.de/Pressemitteilungen/RobomowRasenFiffi.doc

     

    30. März 2009 – Er heißt Fiffi oder Robbi, sieht aus wie eine große Schildkröte und zieht einsam seine Kreise über den Rasen. Er ist weder Hund noch Katze, sondern ein vollautomatischer Rasenmäher, ein Rasenroboter. Die Frage "Wer mäht heute?" stellt sich nicht mehr. Denn der, der künftig wirklich mäht, kann nicht sprechen. Gott sei Dank vielleicht. Aber er kann fantastisch den Rasen in Schuss halten - fast ohne Zutun des Besitzers. Überraschend: Viele von denen, die sich solch einen Rasen-Fiffi leisten, könnten sich eigentlich auch einen Gärtner zur Rasenpflege engagieren. Aber so ein Rasenroboter hat irgendwie was Kultisches. Man hat oder man hat eben nicht.

    Wer keinen hat, dem ist er zu teuer (er ist im Preis vergleichbar mit einem Top-Rasenmäher oder einem Rasentraktor), oder er ist ein Zweifler: Funktioniert das wirklich? Und da sind wir schon am nächsten Punkt. "Der Rasenroboter ist überaus kommunikativ", sagt Christian Rumsauer von der Firma Vort im nordbayerischen Speichersdorf. Die Firma in der Nähe von Bayreuth vertreibt Spezialgartengeräte. Viele ihrer Kunden, die solch einen Roboter im Garten haben, werden von Passanten und Interessierten angesprochen, die am Garten halt machen, wenn sie den brav seine Runden drehenden "Rasen-Fiffi" entdecken. Während der Robomow völlig selbstständig leise Nerven und Umwelt schonend mit seinen superschnellen Messern leise vor sich hin arbeitet, bleibt genug Zeit für den Erfahrungsaustausch. Denn steuernd eingreifen muss beim Robomow nach der kinderleichten Installation niemand mehr.

    Es ist immer dasselbe Phänomen: Fasziniert beobachten den Robomow diejenigen, die ihn noch nicht kennen, aber oft auch sein neuer Besitzer. Gemütlich auf der Terrasse sitzend, hat er nun Zeit und verfolgt sein neues "Haustier" mit den Augen. Aber weil dieses unbeirrt seiner Tätigkeit nachgeht, wird es schnell langweilig. Das soll es auch, denn der automatische Rasenmäher ist schlicht und einfach ein Arbeitsgerät. Das ist intelligente Technologie für eine Routinearbeit.

    Die Frage, die jeden beschäftigt, der solch einen Apparat durch einen Garten kurven sieht, ist schnell beantwortet: Ja, er mäht den Rasen ganz allein und ohne ein Stück zu vergessen. Er bleibt nirgendwo hängen, schafft auch Böschungen, bleibt nur auf dem Rasen und lässt die Beete ungeschoren. Und wenn er fertig ist, fährt er selbstständig zurück zur Ladestation am Rande des Gartenhäuschens.

    Er ist "very friendly" - ein freundlicher Helfer, wie der Hersteller verspricht. Das war auch die Intention des israelischen Entwicklers und Firmengründers - und er nannte sein 1995 ins Leben gerufene Unternehmen Friendly Robotics. In Deutschland vertrieben wird er von Vort. Der Robomow ist ein Dienstleistungsroboter für private Anwender und Rasenflächen bis zu 2 000 Quadratmeter. Er kann also in dieser Beziehung auch Rasentraktoren ersetzen. Und er benötigt weder Fahrer, noch einen steuernd eingreifenden Menschen noch einen Aufpasser.

    Es ist keine Prophetie zu behaupten, dass sich die Rasenroboter genauso wie Haushaltsroboter und andere automatische Helfer in wenigen Jahren durchsetzen werden. Wer hätte noch vor 20 Jahren vom Internet oder Handys gesprochen.

    Der Händler verspricht die "ultimative Lösung zur Rasenpflege" und wir sind gespannt. Er hat seinen Rasenroboter so programmiert, dass er montags, mittwochs und freitags den Rasen mäht. Wie von Zauberhand springt der Elektromotor nach einem kurzen Signalton und dem Ablauf des kurzen Selbstchecks an und verlässt in gemütlichem Tempo die Ladestation. Wie von Geisterhand und ohne jede Korrektur durch eine etwaige Fernbedienung durch den Menschen findet er seinen Weg haarscharf an der Rasenkante entlang. Zu Beginn dreht er erst einmal eine Platzrunde um die gesamte Wiese herum. Erst danach kreuzt er über das Grün, umkurvt Beete und Bäume sowie andere Hindernisse. Plötzlich pirscht sich der Hund des Rasenbesitzers neugierig an den Mäher heran, schnüffelt dran, schubst den Eindringling mit der Schnauze an und versucht schließlich, den gut 30 Kilo schweren, ovalen und relativ flachen Mäher anzuheben. Kaum berührt, stoppen sämtliche Motoren, die Mähwerke stehen still. Schnell lässt "Rex" Interesse nach. Der Roboter führt einen Selbstcheck durch, stellt fest, dass er wieder auf seinen Rädern steht und alles ok ist und nimmt seine Arbeit wieder auf.

    Der Clou: der Mäher mulcht gleichzeitig. Er zerstäubt den Rasenverschnitt und bläst ihn wieder zwischen die Grashalme an den Boden. Wer seinen Rasen also regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche mäht, hat überhaupt keinen Rasenabfall. Das abgeschnittene Gras ist so gut wie nicht zu sehen und düngt den natürlichen Teppich. Gleichzeitig kommt auch das Wasser, das in jedem Halm enthalten ist, zum guten Teil sofort wieder zurück. Tatsächlich ist der Rasen, den wir besichtigen, superschön - ein richtiger englischer Rasen, ein grüner Gartenteppich. Jeder weiß aus eigener Erfahrung. Nur wenn ich es schaffe, den Rasen mindestens einmal pro Woche zu mähen, besser zweimal die Woche, dann wird er dicht und kräftig mit einem satten Grün und wenig Moos und Unkraut dazwischen.

    Aber das ist schwer durchzuhalten. "Ich habe dann gerade keine Zeit, wenn's der Rasen nötig hätte, oder es regnet an diesem Nachmittag. Vielleicht gehe ich auch für zwei Wochen in Urlaub. Den Roboter interessiert das alles nicht,"“, erklärt Christian Rumsauer. Überhaupt hat er selbst nur wenig Zeit und Lust fürs Rasenmähen.

    Und wenn es regnet? Das Gerät hat einen Regensensor und sobald die Dusche von oben aufhört, fährt er raus. Nach rund 2,5 Stunden muss er allerdings mal wieder Strom tanken. Im Laufe einer Mähsaison macht das bei einer Rasenfläche von 1 000 Quadratmeter und mehrfachem Mähen in der Woche etwa 21 Euro im Jahr aus. Das ist ziemlich genügsam. Und dafür stinkt er nicht, ist umweltfreundlich, braucht weder Benzin noch Öl, ist leise, düngt den Rasen und erspart dem Menschen eine Menge Zeit.

    Seinen Weg an der Rasenkante findet unser "Rasen-Fiffi" entlang einer Induktionsschleife, die ganz einfach mit ein paar Plastik-Rasennägeln auf die Erdoberfläche gepresst wurde. Dieser Draht ist bald überhaupt nicht mehr zu sehen, weil er einwächst. Er zeigt dem Roboter seine Grenzen auf, an die er sich hundertprozentig hält. Feste Hindernisse wie Bäume oder Büsche, auf die er stößt, umkurvt er anhand des Stoßsensors. Und er ist äußerst beweglich. Auch relativ steile Böschungen und enge Passagen mäht Robomow klaglos. Und selbst hohes Gras meistert er. Nach der Vorführung bleibt Staunen zurück. Aber muss man so ein Gerät haben? Natürlich nicht, aber jeder Haushalt, der einen stinkenden und heulenden Benzinmäher zuhause hat, der kann den Rasenroboter gut gebrauchen. Nur eines packt er nicht. Böschungen, die über 30 Grad Neigung haben, Zäune, Bordsteine... Aber das müssen andere auch nicht schaffen.


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